Pistis Sophia
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Der Heilige Geist
Schriftrollen vom
Toten Meer
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Die Schriftrollen vom Toten Meer

und das Neue Testament
Heilige Wissenschaft in verbalem Gewand

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302Nähert man sich jener Lawine an Material, die als die Schriftrollen vom Toten Meer bekannt geworden ist, fragt man sich, worin die wahre Bedeutung dieses hermetischen Korpus, dieser Schatzkammer antiken Wissens liegen mag. Klare Absicht des Schriftguts vom Toten Meer ist es wohl, die Lebenskraft im Gläubigen so weit wiederzubeleben, dass er oder sie am Aufstieg in eine Existenz teilnehmen kann, welche als die ursprünglich göttliche und für den Menschen vorgesehene Schöpfung bezeichnet wird.

Bei der Betrachtung dieser Buchrollen ist man überwältigt vom Umfang, in welchem hier vom Geist der Wahrheit gesprochen wird. Dieser Geist der Wahrheit ist mit dem hinter der Vollendung allen Seins stehenden Gott des Wissens verbunden, und alles, was von der Gottheit abstammt, ist jener Geist der Wahrheit, der in der Wohnstätte des Lichts seinen Ursprung hat und mit den großen Gaben allmächtiger Weisheit — dem Geist der Erkenntnis, dem Eifer um rechtes Urteilsvermögen, der Macht der Reinheit, dem Wandel in Bescheidenheit und dem Verschweigen der Mysterien — einhergeht. Diese Gaben stehen im Widerspruch zum Geist der Verderbtheit, der seinen Ursprung in einer Quelle von Finsternis oder, neutestamentarisch gesprochen, der Macht des Widersachers und jener Hierarchien hat, die sich gegen den Menschensohn verbündet haben.

Auf den ersten Blick scheint es in den Schriftrollen vom Toten Meer eine Art kosmischen Dualismus zu geben. Doch wenn wir tiefer blicken, erkennen wir, dass dieser Geist der Verderbtheit und Finsternis jener Geist ist, der den Schriftrollen vom Toten Meer zufolge jedem Gläubigen innewohnt, welcher nun darum kämpfen muss, diesen Geist zu überwinden, damit das Licht leuchten kann. So kann der Gläubige durch die Vereinigung der inneren Aspekte der menschlichen Seele mit der Externalisation der göttlichen Kronen der Schöpfung den höheren Aufstieg beginnen.

Das heißt, hier besteht kein kosmischer Dualismus mehr, sondern das Gefühl einer großen Einheit, das den Qumranschriften aber auch dem Neuen Testament entströmt. Diese Einheit besteht nicht mit dem Dogma oder der traditionellen Theologie einer statischen Anthropologie, sondern mit dem göttlichen Selbst oder dem archetypischen Menschen, der von den hebräischen Philosophen der Adam Kadmon genannt wurde. Er ist die unverwechselbare und göttliche Essenz und Teil unseres göttlichen Geburtsrechts, das in unsere irdische Existenz herabgestiegen ist. Die Schriftrollen vom Toten Meer und des Neuen Testaments bereiten den Gläubigen aktiv darauf vor, in einen meditativen Dialog mit dem Göttlichen zu treten und auf paraphysische Weise die Worte der Thora zu erfahren: "Und Gott ging daran, in seine Nase eine Seele des Lebens zu blasen." (Genesis 2:7). Verstehen wir das als die Aktivierung der fünf Ebenen der Seele oder der fünf inneren Körper, von welchen die Schlüssel des Enoch® sprechen.

Das Wort Seele oder Nephesh entstammt dem hebräischen Wurzelwort nafash mit der Bedeutung "ausruhen". Obwohl aber das Göttliche am siebten Tag der Schöpfung ruhte (nafash), dauert, wie wir in Exodus 31:17 lesen, der Wettstreit um die Seele immer noch an. Wir leben immer noch in der Schöpfung des siebenten Tages und bereiten diese Seele auf ihre Einheit mit der göttlichen Hierarchie vor, von der sie in den höheren Welten der Herrlichkeit umgeben ist.

Die nächste Ebene ist Ruach, was oft mit "Geist" übersetzt wird und den Beiklang Wind, Luft oder (Himmels)Richtung hat. (Ruach Ha Kodesh ist demnach der Geist Gottes). Im tieferen Sinn der Qumrantexte ist es die spirituelle Kraft oder das Energiefeld, das mit dem Geist der Wahrheit zusammenhängt und wesentlich ist, damit sich die Seele erheben und über die Eschatologie der Ereignisse vom Ende des planetaren Dramas in die höheren Lichtwelten schauen kann. Damit sie fortwährend über die Thora belehrt werden kann, muss die Seele verstehen, dass sie stets Zugang zu einer höheren Lichtwohnung hat, deren Gehalt an Wahrheit über der Reichweite menschlicher psychologischer Konnotationen steht und immer innerhalb der wahren Gegenwart des göttlichen Geistes besteht.

Die nächst höhere Ebene ist die Erhöhung der Seele in die Neshamah oder den Atem, der eine Kombination von natürlicher Seele und Gottes Geist ist. Eine höhere Seelensynthese der Unterscheidung und der Anfang der Teilnahme an den Welten des Lichts entsteht, wenn der Atem göttlichen Dialogs, der aus der göttlichen Stimme strömt, bleibend aufrecht erhalten wird. Neshamah kommt vom hebräischen Wort neshimah, was Atem bedeutet, aber in einem tieferen Sinne die Fähigkeit meint, sowohl innerhalb der Dimension der menschlichen Schöpfung als auch gleichzeitig außerhalb, in der höheren Schöpfung der Söhne des Lichts zu atmen und so das gleiche Element des Lebens zu teilen.

Die nächste Ebene der Seele wird Chayah genannt, oder die lebendige Essenz. Dieser Begriff entstammt dem alten Wort chayut oder Lebenskraft. Es ist die Vorbereitung auf göttliche Befreiung, die über die Welt historischer Gefangenschaft hinaus in den Lichtkörper des göttlichen Dienstes führt. Es ist in diesem Kontext, dass wir die Bedeutung der Schriften vom Toten Meer und des Neuen Testaments verstehen müssen, die über den Dualismus hinausweisen und den Lichtkörper des Gläubigen für ein Leben in den himmlischen Lichtreichen bereit machen. So führen die Qumrantexte und die Schriften des Neuen Testaments die Tradition einer frühen Literatur und Bewusstseinskosmologie fort, welche den Schlüsseln des Enoch® zufolge in der Segnung Abrahams durch Melchizedek wurzelt. Durch diese wurde der Same Abrahams bereit, an den höheren Welten teilzunehmen, nicht nur im Fleisch sondern im Körper aus Licht.

Schließlich ist die fünfte Ebene, die in der höheren Einheit mit dem archetypischen Menschen oder Überselbst wichtig ist, diejenige von Yechidah. Dieser Ausdruck stammt von den Worten echad und yichud, welche Einssein und Einheit bedeuten. Gemeint ist das Einssein mit der unverwechselbaren Essenz, die den ursprünglichen archetypischen Mann/Frau darstellt, und die Einheit mit dem ewigen Bildnis des Selbst, das die Geschichte überlebt und an den vielen göttlichen Welten Anteil hat. Schließlich meint es die direkte Einheit mit der Gottheit selbst—jenseits doktrineller Gewalt und nur vermöge der unmittelbaren Erfahrung des Geistes der Wahrheit. Wir müssen daher anerkennen, dass es in der Tradition von Qumran und in der des Neuen Testaments wesentliche Aspekte spiritueller Entwicklung gibt, die man im Sinne einer übernatürlichen Wirklichkeit betrachten muss.

Die Schlüssel des Enoch® bestätigen die Existenz einer Wechselwirkung zwischen diesen beiden großen Lehrbibliotheken, welche beide die Idee eines astrophysischen Israel oder einer astrophysischen Messiasschaft vertreten, welche nicht auf menschlicher Tradition basiert, sondern vielmehr auf dem Gebrauch einer heiligen Sprache, Terminologie und auf direkter Erfahrung.

In Qumran fanden die Gelehrten ein beträchtliches Ausmaß an historischer Enoch-Literatur und Werke, die von den Hierarchien der Engel handeln. Die Erwähnung von Engelnamen aus dem ersten Henochbuch (125-135 v.Chr.) wurde von dem bekannten Linguisten und katholischen Gelehrten Professor Milik als besonders bemerkenswert eingestuft. Seiner Ansicht nach ist das außerbiblische Enoch-Material so wichtig, dass es sogar das Motiv der Heirat zwischen (gefallenen) Engeln und den "Töchtern des Menschengeschlechts" in den später re-editierten Schriften des Buches Genesis, Kapitel 6, beeinflusst hat. Die Bedeutung der 'Weiblichkeit' im Zusammenhang mit Genetik und Weisheit wie sie in der Weisheitsliteratur der biblischen und prä-biblischen Texte des alten Nahen Ostens erscheinen, spiegelt sich später in der Pistis Sophia-Literatur (120-300 n.Chr.), in der ein deutlich erkennbarer Faden feministischer Belehrung – sowohl im Hebräischen als auch im Griechischen – aus dem Mund der Erzählerin Sophia ("Weisheit") strömt.

Allerdings ist die ganze Idee des "Geistes" im weiteren Sinne auch verwandt mit dem Gedanken des Parakleten, des Trösters. Es ist jener Aspekt des göttlichen Geistes, der in enger Harmonie mit dem Geist und Bewusstsein des Gläubigen weilt. Der Paraklet nimmt eine so wichtige Stellung ein, dass es im Neuen Testament heißt, man könne den Namen Christi nicht beteuern, ohne auch den Parakleten zu rufen. In diesem Zusammenhang wird der Tröster zum Initiator des vollendeten Lichtgefäßes. Der Paraklet, das griechische Äquivalent zur Shekinah oder göttlichen Gegenwart, aktiviert die Lebenskraft im menschlichen Bereich, so dass der Mensch sogar auf seiner grundlegendsten physischen Ebene die Segnungen der Gottheit wie einen dauernden Strom interner und externer Energie, der die Gedanken beschäftigt, empfängt. Der Paraklet bezeugt der eigenen Seele, dass wir Sohn oder Tochter Gottes sind, und aktiviert so einen trinitisierten Bewusstseinszustand, der es der Seele erlaubt, in immer höhere Ebenen der Verbindung und Erfahrung auf dem Göttlichen Weg aufzusteigen.

Darüber hinaus umhüllt der Paraklet den Gläubigen wie ein Energiefeld und aktiviert das, was die Schlüssel die "Kraft des Gleichnisses" nennen, durch das man sich der höheren Ebenen der Spiritualität bewusst wird. Auf diesen höheren Ebenen erfährt man den Ruach Ha Kodesh, die wirkliche Kraft des Heiligen Geistes als ein tatsächliches, dreifaltiges Vehikel, das den Körper des Menschen verlassen und in die höheren Welten aufsteigen kann, wo die Person durch den Geist Gottes völlig emporgehoben und transformiert ist.

Schließlich verschmilzt auf den höchsten Ebenen der Paraklet mit der Neshamah oder der Seele-Geist-Synthese im Mann oder der Frau, deren Gefäß nun die ursprüngliche Natur empfangen und halten kann, die vor der Inkarnation auf der Erde für diese Seele beabsichtigt war. Auf dieser Ebene wird man zum Wunder Wirkenden, fähig, die Gaben des Heiligen Geistes aktiv zu nutzen. Daher ist die Ebene der Neshamah, zusammen geschaltet mit dem Parakleten, wie die Öffnung einer Schwelle, durch die die Person eine Ebene großer Intimität mit Gott, das Empfinden und Erleben des Göttlichen auf allen Seiten und in einer Intensität spiritueller Energie erreicht, die nicht in Worte gefasst werden kann.

Ähnlich sollten wir auch die Beziehung zwischen dem Pneuma, dem Parakleten und dem Heiligen Geist betrachten. Pneuma, oder Ruach im Hebräischen, ist Teil des ewigen größeren Geistes jenseits aller Ewigkeiten und Äonen, jenseits aller Welten physischer Form oder göttlicher Weisung. Pneuma repräsentiert das fortdauernde Amt der Gottheit, das interdimensional und subatomar in pluralistischen Schöpfungswelten wirkt, welche sowohl ausschließlich spirituell als auch in Kombinationen des Physischen und Spirituellen beschaffen sein können. Der Paraklet andererseits repräsentiert das Amt der trinitisierten Gottheit, jenen Aspekt des absoluten, höchsten und äußersten Gottes, der die Pflicht übernommen hat, das zu aktivieren, was für die Erlösung jenes besonderen Teils physisch-spiritueller Schöpfung, der von den Begabungen des Denkens abgefallen ist, notwendig ist. Der Paraklet wird somit zum Tröster von Geschöpfen und Seelen/Gläubigen in den niederen Welten, wo die Energien des Gleichnisses, Auftrieb und Schöpfung für die erneuerte Übertragung spiritueller Energie benötigt werden. So entsteht jene Synthese, welche das menschliche Selbst und das göttliche Selbst in einer göttlichen Einheit vereint.

In Bezug auf den Christus repräsentiert der Paraklet jene Energiehülle des ewigen Schöpfergeistes, welche das Schöpfungsgewand für das Christusbildnis oder das Bildnis des schöpferischen Sohnes bereitstellt. Als solches stellt er eine Art Stetigkeit und Intimität mit dem göttlichen Reich zur Verfügung, und das nicht nur im physischen Universum, sondern auch im Universum der göttlichen Gedankenformen. Sinn der Aktivierung des Parakleten ist es daher, innerhalb der weltlich -physischen Geschichte eine profunde Extension oder Emanation aus dem Amt des Geistes zu erkennen, die in der Lage ist, der physischen Intelligenz eine spezifische Informations-Codierung zu vermitteln, damit diese nicht weiter von Gott getrennt ist, sondern wiedervereint mit dem Melek-Ha-Olam, dem König des Universums.

Der dreifältige Plan von Gottes höchstem, äußerstem göttlichem Wirken durch die zahlreichen Meistertrinitäten ist wie ein Meisterplan dafür, wie die Gedankenformen des Superuniversums des Vaters mit dem physischen Universum des Schöpfersohnes auf eine Weise kombiniert werden können, durch die im Lichtkörper des Shekinah-Universums – das innerdimensionale Universum, welches alle Elemente einsammelt, die für die Encodierung eines gegebenen Bauplans eines bestimmten Lebensbaums oder Evolutionsbaumes gemäß dem ersten Gedanken eines Schöpfersohnes notwendig sind – eine Synthese von Wille, Verstand, Gedanke, Rede und Handlung entsteht. In diesem Prozess ermöglicht das trinitisierte Wirken von Vater, Sohn und Geist die Evolution spiritueller Söhne und Töchter des Lichts, welche schließlich alle zwölf unaussprechlichen sephirotischen Energien des Aufstiegs über den Lebensbaum in höhere Existenzwelten in sich tragen.

Wenn wir von den Universen göttlicher Gedankenformen sprechen, beziehen wir uns auf eine tiefgründige Vorstellung von der Gottheit als einer nicht-statischen, expandierenden und erlebenden Intelligenz, die sich selbst in Fülle ausdrückt. Im Sinne der Schlüssel des Enoch® drückt der Ruach oder der Geist Gottes das Universum aus, durch welches Gleichnisse oder tragende Kraftfelder operieren, die alles beginnen und alles erhalten, was aus der Gedankenform-Existenz in die physische Schöpfung projiziert wird.

Der Ruach ist daher der Hyperraum-Bereich, in welchem die Intention und Extension der Gottheit der Elohim handeln können, indem sie Raum/Zeit-Entfaltung für die Ursache-Wirkung-Beziehungen der höheren Welten bereitstellen, während gleichzeitig eine Einheit zwischen dem Muster der überirdischen Universen und den physischen Universen zur Verfügung steht , welche fortlaufend für zahllose Formen spirituell-schöpferischer Tätigkeit, die ihren Ursprung in der Welt des göttlichen Vaters/Ruach/Shekinah haben, geplant, gezeugt und neu erschaffen werden.

Den Schlüsseln des Enoch® zufolge werden eben aus diesen höheren Universen die Welten für den Schöpfer-Sohn geschaffen, der sich wiederum mit dem Geist für die Erschaffung experimenteller Welten und Völkerschaften des Lichts vereint, die dann neue Welten bewohnen, welche für eine empirische Sohnschaft und Vaterschaft vorgesehen sind, nachdem sie auf den Pfad der größeren Schöpfung das fünf-dimensionale durchschritten haben. Die größere Schöpfung nimmt im physischen Universum die 24 Dimensionen

der Tiefe und Raum/Zeit der Hoheit,

der Tiefe und expandierenden Raum/Zeit des Fundaments,

der Tiefe und innerdimensionalen Schnittstelle mit Empathie/Mitgefühl,

der Tiefe oder geistigen Raum/Zeit der Herrschaft,

der Tiefe oder Raum/Zeit dauerhafter Schönheit,

der Tiefe oder Raum/Zeit von Struktur und Zurückhaltung,

der Tiefe oder Raum/Zeit, welche unaufhörliche Liebe ist,

der Tiefe oder Raum/Zeit von Einsicht,

der Tiefe oder Raum/Zeit von Weisheit und

der Tiefe oder letztendlichen Raum/Zeit der göttlichen Gedankenformen oder Krone ein.

All diese dimensionalen Raum/Zeit-Beziehungen und Kontinuums-Beziehungen liegen ihrerseits innerhalb der Tätigkeiten Michaels, Metatrons und Melchizedeks in der Aktivierung der höheren Sephiroth oder des aktiven Lebensbaumes jenseits des konventionellen Lebensbaums. Dadurch kann die göttliche Gegenwart Shekinah durch die Dimensionen der Leere überirdisches Licht an das Selbst und in das Geburtsrecht der menschlichen Schöpfung strahlen, die dazu bestimmt ist, die Welt in das himmlische Malkuth oder Königreich zu verwandeln. Letzten Endes findet die innere Beziehung des Ruach, der Gottheit, durch die Jungfrauen-Matrix oder die Shekinah-Matrix als einem weiblichen Aspekt des Göttlichen statt, welcher unbegrenzt ist.

© 1993 J.J. Hurtak, PhD

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28/01/08